Inside Lalino Teil 3: Wenn Kinder Sprache fühlen lernen

Nachdem wir euch im letzten Teil gezeigt haben, wie aus der Idee eine Stimme wurde, öffnen wir heute wieder die Tür hinter die Kulissen – diesmal mitten hinein in die logopädische Praxis.

Wir haben in den letzten Wochen einige Therapuetinnen und Therapeuten kennen lernen dürfen – in sehr schönen, offenen Gesprächen in Online-Talks. Zusätzlich hatten wir auch einen intensiven, fast dreistündigen Workshop mit Logopädin Milena Rohan, der uns noch tiefer in die Welt der Sprache geführt hat.

Und was wir aus diesen Gesprächen mitgenommen haben, ist klar:
Bevor Kinder sprechen, müssen sie hören. Und bevor sie hören, müssen wir zuhören.

Hören kommt vor dem Sprechen

Kinder, die Lispeln, bestimmte Laute wie „sch“ oder „r“ nicht richtig formen oder ganze Wortteile verschlucken, haben oft kein Artikulationsproblem – sondern ein Wahrnehmungsproblem. Denn bevor Kinder einen Laut korrekt bilden können, müssen sie ihn bewusst hören. In den Praxen bedeutet das bisher: Papierkarten, Eltern, die vorlesen und kontrollieren, und viele Stunden gezielte Wiederholungen.

Mit LALINO wollen wir genau hier ansetzen

Eine App, die spricht UND sprechen lässt. Die Kinder spielerisch hören, nachsprechen und erleben lässt, wie Sprache sich anfühlt.

Spielerisch, lebendig, alltagstauglich

Im Austausch mit u.A. Johanna, Stefanie, und Milena wurde eines besonders deutlich:
Kinder lernen besser, wenn sie Spaß haben – und wenn Fehler keine Fehler sind, sondern Abenteuer. Von „Schlauchbootmotor schhhhhh“ über Quatschgeschichten mit Würfelbildern bis hin zu kleinen Fantasie-Dialogen – Sprache wird lebendig, wenn sie bewegt wird.

Darum entwickeln wir LALINO so, dass Kinder ihre Übungen nicht nur richtig, sondern gern machen! Unsere Schwerpunkte dabei:

• Laute hören und sprechen: vom einfachen „M“ bis zum schwierigen „K“

• Silben & Wörter: gezielte Wiederholungen mit klarer Struktur

• Sätze & Geschichten: freies Sprechen mit Humor und Fantasie

• Hörübungen: Training für Aufmerksamkeit und Lautunterscheidung

Und ja – wir sind gerade mitten in der Spieleentwicklung. Die ersten Prototypen entstehen, die App wächst, und parallel bauen wir eine eigene LALINO-Homepage, die im November offiziell online gehen soll. 

Lautgesten – wenn Sprache sichtbar wird

Eines der spannendsten Themen, die uns im Workshop begleitet haben, sind Lautgesten – kleine Handbewegungen, die zeigen, wo und wie ein Laut entsteht: Zunge, Zähne, Gaumen. Diese Gesten helfen Kindern, Sprache zu „sehen“ und „fühlen“. Jede Therapeutin nutzt ihre eigenen Varianten, und genau das greifen wir in der App auf.

In LALINO soll es daher zukünftig einen Bereich geben, in dem Therapeut:innen ihre eigenen Gesten, Videos oder Materialien hochladen können. So entsteht eine Plattform, die sich flexibel an jede Praxis anpasst.

Technik trifft Therapie

Die diversen Gespräche haben uns gezeigt, wie komplex der Praxisalltag ist: Berichte schreiben, Eltern begleiten, Übungen vorbereiten – und dazwischen Kinder motivieren, die Sprache zu entdecken.

Darum entwickeln wir LALINO direkt mit Therapeut:innen weiter.
Der Plan: Therapueten und Werkstudent:innen begleiten die Kinder in den Praxen, testen unsere Module und bringen Feedback ins Team – so entsteht echte Co-Creation: aus der Praxis, für die Praxis.

Der nächste Entwicklungsschritt

Was kommt als Nächstes? 
Wir arbeiten an Funktionen, die Sprache noch greifbarer machen:

• Einhand-Gestensteuerung für die Therapie

• Dichotisches Hören – Übungen mit gleichzeitigen Wörtern auf beiden Ohren

• Silbenorientierte Sortierung statt Wortgruppen (ein echter Gamechanger!)

• Phonologische Prozesse nach POPT – gezielte Übungen, die Leseschwächen vorbeugen

Unser Ziel bleibt

Kinder sollen Sprache nicht nur lernen, sondern erleben – mit Ohr, Herz und Hand.

Fazit – Mit Freude sprechen lernen
Viele Kinder mit phonologischen Störungen sind später gefährdet, Lese- und/oder Rechtschreibschwierigkeiten zu entwickeln. Wenn wir früh ansetzen, können wir das verhindern. LALINO soll genau hier unterstützen – mit Technologie, die sich anfühlt wie ein Spiel, aber funktioniert wie Therapie. Und mit einem Ansatz, der Spaß, Struktur und Sprachförderung vereint.

Bleibt also gespannt – im November geht’s auch digital weiter, wenn unsere neue LALINO-Homepage live geht. Und bis dahin entwickeln wir weiter, testen, lachen und hören ganz genau hin – damit Kinder bald sagen können:
„Sprache? Die kriegen wir spielend hin.“


Author:

Manuela Dieringer

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